DER VEGETARIER
Ich habe, nach reiflicher Überlegung, beschlossen, mit dem Fleischessen aufzuhören. Jetzt esse ich andere Dinge. Froot Loops zum Frühstück, zum Beispiel. Das ist es, was der Norm entspricht. Sagen sie. Das mit den Frühstücksflocken habe ich aus der Werbeunterbrechung. Montags. Zwischen Sponge Bob und American Dad.
Normalerweise sitze ich auch nicht vor dem Fernseher. Ich schaue mir alles im Internet an. Fernsehen verwirrt mich. Es ist ohnehin schon schwer genug einen klaren Gedanken zu fassen. Fleisch, ja. Schwierige Sache. Schwer zu finden. Schwer zu kriegen. Dachte ich. Aber man kann es im Internet bestellen. Es kommt zu dir nach Hause, wenn du ein bisschen mit ihm redest.
Meistens ist es verzweifelt, fühlt sich unverstanden mit seiner Neigung. Man heuchelt Interesse und denkt die ganze Zeit nur an ein Rezept für Kräuterbutter, die zu dem Schwanz passt, den ich einem Kerl abschneiden werde, der sich in meinem lieblings Chatroom „Kuschelbär Horst“ nennt. Er will, dass ich seinen Schwanz esse. Ich glaube er ist Schwul. Das ist mir egal. Es hat auf die Qualität des Fleisches keinen Einfluss. Schwule schmecken wie Heteros, Große schmecken wie Kleine, Dünne schmecken wie Dicke, sind aber leichter zu schlachten, auszuweiden und wer entsorgt schon gern die Leiche von nem Dicken wenn alle guten Teile ab sind. Abfall. Wie eine leere Pralinenpackung.
Keiner vermisst diese Leute. Sie sagen auch niemandem wo sie hingehen. Würde sich auch merkwürdig anhören:“Ich habe jemanden im Internet kennengelernt, der heute abend meine Genitalien in Gänsefett brät und sie mit Pellkartoffeln und jungen Erbsen als Hauptgang serviert. Warte nicht auf mich, denn vor dem Nachtisch werde ich warscheinlich verblutet sein.“ Man isst natürlich nicht jeden Tag Fleisch. Man jagt nicht jeden Tag. Und was ein richtiger Fleischesser, ist der hat eine große Kühltruhe. Es hält sich ja auch recht lang.
Doch ehe man sich versieht, ist es alle. Man hat noch Leber, auf die man keine Lust hat. Also geht man auf die Strasse. Man schaut sich dabei zu, wie man sich in eine Notambulanz schleicht und den Arm eines Motorradfahrers abtrennt, der sich zu entusiastisch in eine Kurve gelegt hat.
Man hat wieder für zwei Tage was zu essen, doch plötzlich wird man krank und nicht wieder gesund. Man erfährt aus den Nachrichten, dass der Motorradfahrer Aids hatte.
Daraus kann man lernen, dass Fleisch essen ungesund ist. Und deshalb gewöhne ich mir das jetzt ab. Dann doch lieber Froot Loops. Kleiner Tipp… wenn man sie 10 Minuten in Milch oder Blut einweicht, schabt man sich beim Kauen nicht die Haut vom Gaumen ab.
*MUSIC: © Goto 10, by Amon Tobin (ISAM)
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*Ein Stop Motion Videoprojekt von © Lars M., Moritz von B., Denis F. JGS-Stuttgart, 3BKGD3/1
Denis Feges http://denisfeges.tumblr.com/
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© Denis Feges, 2011




John ist ein Charakter der für den JGS-Stuttgart Flyer 2011 entworfen wurde.
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Flyer für die WE LIVE IN LIES Farewell Show am 9.Dezember 2011
R.I.P. We Live In Lies… © Denis Feges, 2011



Magazinprojekt 2010. Trittbrett ist ein unabhängiges Infomag für Skater in Stuttgart
und alle die, die sich für Skateboarding in Stuttgart interessieren.
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Flyer für den Club Planet-X eV.
© Denis Feges, 2011



